‚Cycle 1st of May – Zyklus 1. Mai‘

Ausstellungseröffnung: „Zyklus 1. Mai“ von Christoph Brandl, im Café Kotti, aus Anlass des Besuches von Bundespräsident Joachim Gauck in Kreuzberg

Vernissage 20.3.2014, 18.00 – 21.00 Uhr.
Ort Café Kotti auf der Empore des Kreuzberger Zentrums („Block“), Adalbertstraße 96.

Am Mittwoch, den 19.3.2014, um 15:00 Uhr, besuchte Bundespräsident Joachim Gauck im Rahmen seines Projekts „Unterwegs zum Miteinander“ das Café Kotti in Kreuzberg. Er führte dort mit Vertretern von Vereinen und Initiativen für eine vielfältige Gesellschaft ein Gespräch. Außerdem besichtigte er meine Ausstellung „1. Mai“.

IMG_1725_8934_bearb
Bundespräsident Joachim Gauck, Christoph Brandl

Berlin, 2014, Café Kotti, I

IMG_0398_8676

Bundespräsident Gauck besucht das Café Kotti

Klicke auf die Miniansicht
———————

Das Projekt

Aus Anlass dieses Besuches lud mich der Betreiber des Café Kotti, Ercan Yasaroglu, ein, meinen „Zyklus 1. Mai“ im Café Kotti am Kottbusser Tor zu präsentieren. Die 19 teils großformatigen Fotografien sollten helfen, den Ort des Besuchs für den Bundespräsidenten politisch und historisch einzuordnen. „Ich werde mein Gespräch mit dem Herrn Bundespräsident mithilfe der sehr eindringlichen Fotos beginnen. Sie sind eine gute Grundlage, um ihm Wesentliches über Kreuzberg erzählen zu können“, sagte Ercan Yasaroglu.

I_bearb_fuer_HP

Die Aufnahmen zum Zyklus ‚1. Mai‘ entstanden innerhalb von 12 Stunden, am 1. Mai 2001, während einer der gewalttätigsten Kreuzberger 1. Mai-Demonstrationen überhaupt. Ich beschäftige mich in meiner Arbeit mit der Frage, wie Gewalt entsteht, und wozu Menschen in Ausnahmesituationen fähig sind. Ich beziehe keine Position sondern stelle unkommentiert Gewaltexzesse von Autonomen solchen der Polizei gegenüber.

Die Fotos, die zum ersten Mal gezeigt werden, sind analog aufgenommen. Durch die Verwendung eines hochempfindlichen Films entsteht eine Grobkörnigkeit, die zusammen mit einer gelegentlichen Bewegungsunschärfe das ästhetische Empfinden des Zuschauers herausfordern soll.

Als Kreuzberger hatte ich die blutigen 1.-Mai-Demonstrationen jahrelang beobachtet. 2001 versuchte ich herauszufinden, worum es eigentlich geht bei diesem ganztägigen Katz- und Mausspiel zwischen Autonomen und der Polizei, bei dem man nie genau wusste, wer eigentlich wen und warum provozierte. War es wirklich nötig, dass die Polizei stundenlang in sog. Wannen vor den Demonstranten auf und ab fuhr? Wofür kämpfen eigentlich vermummte Araber und Türken? Warum kämpft man mit diesem Maß an Zerstörungswillen? Mussten derart viele Beamten aus ganz Deutschland hier zusammengezogen werden? An welchem Punkt wird das sich gegenüber Stehen und das aufeinander Zurennen und voreinander Weglaufen Ernst? Wie weit geht der Ernst?

Die Finissage dieser Ausstellung fand am 02.05.2014 statt.

A

B

C1

C2

D

E

F

G

I

J

R

K

L1

L2

P

N

O

Q

S

T

U

V

W

2 thoughts on “‚Cycle 1st of May – Zyklus 1. Mai‘

  1. Hallo,
    der Besuch der Vernissage hat uns richtig Spaß gemacht. Die Fotos sind eine gelungene und interessante Dokumentation solcher Ereignisse, bei denen sich Polizei und gewalttätige Gruppen gegenüber stehen. Ich habe mich hinterher gefragt, wie nicht betroffene Besucher diese Fotos wohl wahrnehmen. Ich sah nur ein einziges Bild mit einer angespannten und bedrohlichen Situation: Die laufenden Polizisten. Die übrigen Fotos zeigen entspannte Situationen, Pause für die Polizei. Alles eine Frage der Wahrnehmung.

    • Hallo Herr Wulff, es freut mich, wenn es Ihnen gefallen hat.

      Und ja, es ist alles eine Frage der Wahrnehmung. Als Fotograf sehe ich mich gezwungen, mich vor dem brennenden Auto, das auf mich zuscgeschoben wird, in Sicherheit zu bringen. Für den Betrachter wirkt das Foto eher statisch.

      Dem Bild der Verhaftung kann man natürlich die Schreie des Verhafteten nicht entnehmen. Auch dieses Foto wirkt still, der Mann fast fast schicksalsergeben…

Hier können Sie gerne einen Kommentar hinterlassen. Ich freue mich.